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0 IDEM: Workcamps von Schulen (2007)
Ralf am 06.10.2008 09:19:17


2008 fand das erste sibirische IDEM-Workcamp in der => Dorfgemeinschaft "Istok" <= statt.

2009 folgt das zweite

Interessiert? => Zum Kontaktformular




Workcamps von Schulen
Arbeitsgruppe Baustelle Welt und IDEM, 2007


Einleitung

Die Bildungsfrage ist ein zentrales Thema unserer Gesellschaft. In der sich globalisierenden Welt, die mit einer Vielzahl von Eindrücken, Einflüssen und Informationen einhergeht, wird eine Orientierung und Identitätsfindung für junge Menschen zunehmend schwerer.

Die Institution Schule steht in der Verantwortung, neben Kenntnissen zunehmend Erkenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, um gerade in sozialwissenschaftlichen Fächern ein Verständnis für Kernkonflikte und Probleme auf der Welt zu fördern.

Doch es ist zu beobachten, dass sich im wachsenden Maße Unmut und Ohnmacht unter den SchülerInnen breit macht - und vor allem das Gefühl, „eh nichts verändern zu können“. Die 15. Shell Jugendstudie 2006 verdeutlicht dies mit erschreckenden Zahlen. Im Schnitt sind 45 % der jungen Leute zwischen 15 und 25 Jahren mit der Demokratie in Deutschland eher unzufrieden. Der Prozess der Globalisierung wird aus Sicht der Jugendlichen mit mehr Risiken und Chancen verbunden, 66 % der Befragten sehen Arbeitslosigkeit im engen Zusammenhang mit Globalisierung. Dazu kommen weitere Problemfelder wie Armut, Unterentwicklung, Migration und die große Frage, wo man als Individuum in dieser zusammenwachsenden Welt steht bzw. welche Möglichkeiten es gibt, sich selber einzubringen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Schule im Laufe der Jahre mit ihren pädagogischen und didaktischen Konzepten an ihre Grenzen stößt und es wirft die Frage nach Lösungsansätzen auf.

Im Folgenden soll verdeutlicht werden, warum Workcamps, von ganzen Klassen durchgeführt, einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, die SchülerInnen von einer Ohnmachtvorstellung zu befreien, die Bildung eines differenzierten Weltbildes und die Wahrnehmung einer aktive Bürgerrolle zu fördern, sowie einen Zusammenhang zwischen aktiver Unterstützung anderer Menschen und der persönlichen Entwicklung herzustellen.

In der Regel wird ein Workcamp grob in die drei Phasen, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eingeteilt, auf die an anderer Stelle genauer eingegangen wird. Jeder Abschnitt ist sehr wichtig und besitzt eigene spezifische Herausforderungen, die vor allem von denen gemeistert werden müssen, die zum größten Teil an dem Projekt teilnehmen: von den SchülerInnen selber. Dies zu betonen ist wichtig, denn es verdeutlicht zweierlei: Zum einen, dass die jungen Menschen, viele zum ersten Mal, in der Situation sind reale Verantwortung zu übernehmen und zum anderen den handlungsorientierten Charakter von Workcamps.

Die SchülerInnen müssen vielfältige Kenntnisse sammeln, die sich von der Frage nach Kontakten mit Projektträgern in anderen Ländern, der Finanzierung bis hin zur Problematik, wie man eigentlich eine Holzhütte baut, streckt. Je nach Situation und Problem ist es erforderlich, gemeinsame Zielsetzungen zu formulieren, die Art und Weise des Vorgehens zu klären, Beurteilungen zu treffen und zu reflektieren, also den klassischen Weg einer Problemorientierung zu gehen. All dies findet unter dem Deckmantel der Eigenverantwortung der SchülerInnen statt, bei dem die Lehrkraft unterstützend agieren kann und somit als MentorIn fungiert.

Die Lernerfolge, die die Jugendlichen durch Workcamps erfahren, sind sehr breit gefächert. Gerade im Bereich der Fachkompetenz kann die Durchführung eines Workcamps etwas leisten, was von vielen Bildungsexperten vehement gefordert und dennoch durch den klassischen Schulunterricht schwer zu realisieren ist, nämlich fächerübergreifendes und anwendungsbezogenes Lernen.

Die SchülerInnen stehen vor der Herausforderung, Spendengesuche an Privatpersonen und Firmen zu formulieren. Sie müssen ihre mathematischen Kenntnisse in Bereichen wie der finanziellen Kalkulation des Projekts anwenden und sie mit Wissen über Physik verbinden, um beispielsweise eine Schaukel zu konstruieren und zu bauen.

Außerdem erlangen sie die Fähigkeit, ein Gefühl für die erlernten Fremdsprachen zu entwickeln und sich den neuen Mitarbeitern vor Ort verständlich zu machen, was insbesondere eine Förderung der Sozialkompetenzen in unterschiedlichen Bereichen zur Folge hat. So wird die Sensibilität und Akzeptanz gegenüber anderen Gesellschaften bzw. die Ambiguitätstoleranz verstärkt und der Kulturaustausch aktiv gelebt.

Hinzu kommt, dass sich oft aufgrund der außergewöhnlichen Situation, die Rollenverteilung in der Klasse verändert. Zum Beispiel passiert es, dass ein schüchterner Jugendlicher durch seine handwerkliche Begabung eine zentrale Rolle in der Klasse einnimmt und in der Lage ist, anderen zu helfen. Solche Rollenwechsel sind keine Seltenheit und können festgefahrene Klassenstrukturen verändern und vertiefen.

Durch das gemeinsame Agieren der Klasse wird der Zusammenhalt gefördert, Erfolg, aber auch Rückschläge geteilt. Diese positiven Impulse werden nachhaltig nach Hause mitgenommen und fließen in den späteren Schulalltag ein. Genauso wie die Selbstkompetenzen der einzelnen Schüler, die durch die Übernahme von wirklicher Verantwortung und dem Tragen der Konsequenzen des eigenen Tuns neben einer Vielzahl von weiteren Fähigkeiten wie Ausdauer, Durchhaltevermögen, Teamfähigkeit, Kreativität, Rücksicht und Willenskraft gefördert werden.

Besonders hervorzuheben bleibt, dass durch Workcamps, ohne einen großen pädagogischen Aufwand, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln werden, die den SchülerInnen helfen, eine aktive Bürgerrolle wahrzunehmen. Die Jugendlichen verlassen ihre oft passive Rolle, bekommen selber die Möglichkeit, etwas zu tun und den eigenen Horizont zu erweitern. Durch ihr Engagement in einem fremden Land erhalten sie Gestaltungsmöglichkeiten und werden sich durch eine neue Art der Reflektion der eigenen Position und der Lebenssituation in Europa und der Welt bewusst.

Weitere Artikel:

Workcamp-Phasen
Checkliste
Herausforderung Finanzierung



Nachwort

Dass am Essenstisch tolle Ideen entstehen, kommt vielleicht selten vor, kann aber passieren. Erst recht, wenn man sich auf => captura <= befindet, einer Tagung mit dem Motto „Schule leben“. Genau dies ist auch das Anliegen der dort entstanden Arbeitsgruppe Schokopudding - Baustelle Welt. Wir fragten, wie man die Schule der Zukunft in unserer globalisierten Welt gestalten kann. Wie man dafür sorgen kann, den SchülerInnen den Weg zu WeltbürgerInnen zu öffnen, ja vielleicht etwas wie „globales Bewusstsein“ zu ermöglichen? Wie ist es möglich, wichtige Werte, Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln?

Diese und ähnliche Fragen bescherten uns ausgiebige Diskussionen. Innerhalb von 1½ Jahren kamen unterschiedliche Ideen und Modelle auf, wurden verworfen oder weiterentwickelt. Wir gliederten uns dem internationalen Jugendinitiativ- und Projektnetzwerk IDEM an, das junge Menschen dabei unterstützt, initiativ zu werden. Am Ende fanden wir beim Schokopudding essen einen gemeinsamen Nenner, von dem wir alle begeistert waren. Wir wollten Workcamps, die von einer gesamten Klasse durchgeführt werden, unterstützen. Uns liegt es am Herzen, etwas dazu beizusteuern, diese Form des Lernens zu fördern und weitere Klassen zu ermutigen.

Einen herzlichen Dank allen Unterstützern, vor allem den Schulen und Klassen, die ihre Berichte für diese Publikation zur Verfügung gestellt haben.

Jule Heidelbach, Schülerin
Lukas Mall, Student
Benjamin Hohlmann, IDEM Mitarbeiter
Valentin Vollmer, IDEM Mitarbeiter
Manuel de Roos, Student
Felix Reinhardt, Student

IDEM ist ein globales Netzwerk junger Menschen und Projekte, das zur wirklichen Verwandlung in der Welt beitragen möchte. Wir leben in einer Gesellschaft, die immer noch versucht, heutige Fragen und Probleme mit den Mittel und Strukturen vergangenen Jahrhunderte zu lösen. Zu den IDEM-Webseiten

Das Buch von der Idem-Arbeitsgruppe “Baustelle Welt” ist bei IDEM erhältlich. Es beschreibt die Erfahrungen und Leistungen von Schulen mit Bauprojekten an verschiedenen Orten der Welt. Es ist gleichzeitig ein Leitfaden und gibt Praxistipps zur Workcamp-Organisation. Schreibt uns eine Mail => workcamp(at)idem-network.org <= oder über unser Kontaktformular - Preis: 3,- € Schutzgebühr + 2,- € Porto



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