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1. Christina Breme (Schweiz): Talovka 2007
Ralf am 06.01.2008 09:28:26


=> Bilder zum Bericht <=


Kaum haben die Sommerferien begonnen, geht’s wieder nach Russland und nach zwei touristischen Tagen im Zentrum Moskaus auf die Räder, Richtung Osten, Sibirien, Irkutsk. Vor etwas mehr als einem Jahr bin ich die Strecke zum ersten Mal gefahren, jetzt ist mir dieses Geleise schon vertrauter; die vorbeiziehenden Landschaften, die Stationen kommen mir bekannt vor.

Vor allem aber weiss ich, was und wer mich am Ende der Reise mit der Transsib erwartet, ich freue mich auf mein Ziel – unser Ziel…

Im Sommer 2005, begann mein „russisches Praktikumsjahr“. Nachdem ich bis im Frühling 2006 auf einem Bauernhof in Bolotovo und in der Waldorfschule in Zhukovskii, beides in der Nähe von Moskau, als Praktikantin gearbeitet hatte, kam ich nach Talovka, einem kleinen Dorf in relativer Nähe des Baikalsees in der Republik Burjatien. Dort befindet sich die Heilpädagogische Schule „Raduga“ (Regenbogen) und das dazugehörende Heilpädagogische Heim „Otradni sad“ (Garten unter dem Regenbogen) das noch im Aufbau ist. Hier wollte ich für drei Monate bleiben und mithelfen, überall, wo es etwas zu tun gab.

Inzwischen sind die Menschen dort so etwas wie eine zweite Familie für mich geworden. Ich freue mich sehr, sie wieder zu sehen und auch meine Eltern, die mich nun begleiten, an diesen Ort zu bringen, der mir so viel bedeutet.

Es war ja nur eine kurze Bemerkung, die Antwort auf die Frage, was meine Eltern von Beruf seien, meine Mutter – Sprachtherapeutin, mein Vater – Werklehrer. Die Antwort sollte ihre Folgen haben. Dem Drängen von Irina Shenderova (Waldorfschule Irkustsk) und Natascha Malih (Heilpädagogisches Heim und – Schule Talovka), doch im nächsten Jahr wieder zu kommen mit den Eltern wollte ich gerne nachgeben. Ich konnte die Eltern überreden… Und nun sitzen sie hier mit mir im Zug, bereiten sich vor für ein Seminar mit den Lehrern der Irkutsker Waldorfschule und für die Arbeit mit den Lehrern und Betreuern des Heims und der heilpädagogischen Schule in Talovka, während ich Schwarztee zubereite und Fertigsuppen “koche“…

Nachdem wir vier Tage in Irkutsk und Umgebung verbracht hatten, ging es nun endlich nach Talovka. Ich freute mich unglaublich auf das Heim und die Menschen dort und war sehr gespannt, wie sich alles verändert haben würde. Vor einem Jahr noch hatte ich dabei geholfen von den Backsteinen für den Ofen in der „Banja“ den alten Mörtel abzuschlagen (sie stammen, wie alle zum Wiederaufbau des Heim- und Werkstattgebäudes verwendeten Backsteine, von zusammengefallenen Gebäuden in der Nähe), hatte dann miterlebt, wie die Banja aufgebaut und gezimmert wurde. Nun ist sie fertig und dient allen Bewohnern des Heimes oder „Dorfes“, wie sie es nennen, zur Erholung und Körper- und Kleiderwäsche. Das Wekstattgebäude, welches zur Zeit auch noch das Wohnhaus von Natascha, ihrem Mann Wolodja und ihrem behinderten Sohn Aljoscha sowie von Zhenja, Mischa und Dima ist (bald soll das erste „Wohnhaus“ gebaut werden, um Arbeitsplatz und Zusause für die Betreuten zu trennen), ist kaum mehr wieder zuerkennen. Die Räume, welche zu Beginn meines letzten Aufenthaltes noch keine Böden und Fenster hatten, deren Wände dann von Wolodja verputzt und von Natascha und mir in mehreren Schichten geweisselt wurden, sind jetzt schöne, farbenfrohe, gemütliche Werkstatträume geworden. Es gibt nun ein kleines Handarbeitszimmer, ein Zimmer mit einem selbstgebauten Webstuhl, eine Korbflechterei und eine Holzwerkstatt, die nun eingerichtet werden soll. Draussen entsteht unter dem Kommando von Wolodja aus alten Eisenbahnschwellen ein weiteres Gebäude, in welchem eine Garage und eine Schreinerwerkstatt Platz finden werden. So vieles ist hier geschehen und soviel haben die Menschen hier noch vor. Jeden Tag wird weitergebaut und gestaltet, soweit das Geld für das dafür notwendige Material halt reicht. Auch eine eigene Landwirtschaft ist im Aufbau und scheint beständig zu wachsen: Es gibt ein grosses Kartoffelfeld und neuerdings auch ein Feld mit Kohl, Tomaten und Paprika sowie viele Beete mit weitere Gemüse, Kräutern und Blumen. Arbeit gibt's hier genug: Beim Bau, auf dem Feld, es muss täglich Wasser gepumpt werden für Küche und Garten und auch die Köchin ist über Hilfe froh. Die Arbeit in den Werkstätten ruht etwas im Sommer. Ausser in der Holzwerkstatt, die jetzt mit vielen hilfreichen Händen professionell möbliert und eingerichtet wird. Hier ist in jeder freien Minute irgendjemand am werken. Obwohl die Arbeit Spass macht, brauchen wir auch manchmal Erholung und spazieren für ein Picknick und eine Abkühlung im kalten Wasser an den nahe gelegenen Fluss „Selenga“ oder wir gehen Beeren pflücken in den Wald, möglichst solange die abendlichen Mücken noch nicht da sind.

Das Leben hier ist sehr einfach und streng, den europäischen Luxus gibt es hier nicht. Keine Maschinen, die einem die Arbeit erleichtern, das Wasser muss täglich gepumpt werden, gekocht wird auf einem alten Gasherd mit nur einer funktionierenden Platte (für bis zu 16 Personen) oder auf dem Holzofen, man teilt sich ein Zimmer mit vielen Menschen… Aber dennoch ist das Leben hier so reich wie kaum wo, jedenfalls mir erscheint das so. Es ist das friedliche Zusammenleben, geprägt von der täglichen Arbeit am gleichen Ziel und geprägt von vielen kleinen Freuden, dem Luxus dieses einfachen Lebens näher der Natur, das mir so gefällt. Unglaublich wie man sich hier über einen saftigen Apfel (aus Neuseeland) freuen kann oder über die alltägliche Suppe aus eigenem Gemüse und etwas Fleisch, die doch immer wieder anders und jedes Mal lecker schmeckt. Schön ist auch das Pflücken und Essen der Walderdbeeren und dann, wenn einen der Regen doch eingeholt hat, durchnässt und frierend beim Heimkommen schon von Weitem am Rauch zu sehen und zu wissen, dass da jemand für die Frierenden die Banja eingeheizt hat… oder spät in der Nacht, eingehüllt in eine warme Decke die rot untergehende Mondsichel am fernen Horizont zu betrachten bis sie verschwunden ist.

Trotz der vielen Arbeit nimmt man sich Zeit für das Zusammenleben, das gemeinsame Teetrinken, den Rückblick über den Tag. Die Tage sind reich und ausgefüllt und man weis am Abend dass man etwas getan hat.

Auf den Jugendnaturschutz-Laufental-Seiten stellt sich Christina vor


Bericht von Christinas Vaters, Christian Breme, über seine Arbeit in der Waldorfschule Irkutsk und in Talovka




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