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Die Hexe und die Schwester Sonne
Ralf am 15.12.2007 09:20:02


In irgendeinem Zarenreich, in einem fernen Reich, lebten einst ein Zar und eine Zarin, die hatten einen Sohn Iwan Zarewitsch, der von Geburt an stumm war.
 
Als Iwan zwölf Jahre alt war, ging er eines Tages zu seinem geliebten Pferdeknecht, der ihm immer Märchen erzählte. Auch dieses Mal hoffte er eine Geschichte zu hören, der Knecht aber sprach zu ihm: »Höre, Iwan Zarewitsch, ich weiß, dass deine Mutter bald eine Tochter zur Welt bringen wird. Dieses aber wird eine schreckliche Hexe sein und Vater und Mutter und die ganze Dienerschaft verschlingen. Darum gehe rasch zu deinem Vater und bitte ihn um das allerbeste Pferd. Gib vor, du wolltest ein wenig ausreiten, und reite fort von hier. Reite, so weit du kannst, nur so kannst du dein Leben retten.«
 
Da eilte Iwan Zarewitsch zu seinem Vater, und siehe, er konnte sprechen. Der Zar war darüber so glücklich, dass er voller Freude sogleich gebot, das beste Ross für seinen Sohn zu satteln.
 
Iwan Zarewitsch saß auf und ritt so weit die Augen schauten. Lange, lange ritt er. Endlich gelangte er zu zwei alten Näherinnen und bat sie, ihn bei sich aufzunehmen.
 
»Gerne würden wir dich bei uns behalten, Iwan Zarewitsch, doch wir haben nur noch kurze Zeit zu leben. Wir sind daran, eine Truhe voll Nähnadeln zu zerbrechen und eine Truhe voll Faden zu Ende zu nähen. Ist dieses Werk getan, dann müssen wir sterben.«
 
Iwan Zarewitsch fing an zu weinen und ritt weiter. Lange, lange ritt er, bis er zum Eichenausreißer kam. Er bat ihn, ihn bei sich aufzunehmen.
 
»Gerne würde ich dich bei mir behalten, Iwan Zarewitsch, doch ich habe nur noch kurze Zeit zu leben. All diese Eichen muss ich mit der Wurzel ausreißen. Ist dieses Werk getan, dann muss ich sterben.«
 
Der Zarensohn weinte heftiger als zuvor und ritt weiter. Er gelangte endlich zum Bergumwender, und auch diesen bat er, ihn bei sich aufzunehmen.
 
»Gerne würde ich dich bei mir behalten, Iwan Zarewitsch, doch ich habe nur noch kurze Zeit zu leben. Du siehst, ich stehe da und wende die Berge um. Wenn ich mit dem letzten fertig bin, dann muss ich sterben.«
 
Iwan Zarewitsch weinte bitterlich und ritt weiter.
 
Lange, lange ritt er, bis er zuletzt zur Schwester Sonne kam. Sie nahm ihn bei sich auf, gab ihm zu essen und zu trinken als wäre er ihr eigener Sohn. Lange Zeit lebte Iwan Zarewitsch glücklich bei der Schwester Sonne.
 
Aber eines Tages überfiel ihn das Heimweh und er wollte erfahren, was im Elternhause vor sich ging. Da stieg er auf einen hohen Berg und schaute nach dem Palast seiner Eltern. Als er sah, dass dort niemand mehr lebte und nur noch die Mauern standen, fing er an zu weinen und zu klagen.
 
»Du siehst aus, als habest du geweint«, sprach die Schwester Sonne, als er zu ihr zurückkehrte. Er aber antwortete: »Der Wind blies mir in die Augen.«
 
Noch einmal stieg Iwan Zarewitsch auf jenen Berg, und auch diesmal vergoss er bittere Tränen über sein Geschick. Als nun wiederum die Schwester Sonne sprach: »Du siehst aus, als habest du geweint«, antwortete er abermals: »Der Wind blies mir in die Augen.«
 
Da verbot die Schwester Sonne dem Wind zu blasen.
 
Doch als Iwan Zarewitsch ein drittes Mal auf jenen Berg gestiegen war und mit verweinten Augen zurückkehrte, da musste er der guten Schwester Sonne seinen Kummer gestehen, und er bat sie, ihn in die Heimat ziehen zu lassen, um Kunde zu holen. Sie wollte ihn nicht gehen lassen. Iwan aber bat so lange und inständig, bis sie endlich einwilligte. Und sie schenkte ihm zum Abschied eine Bürste, einen Kamm und zwei Äpfel.
 
Mit der Bürste konnte man Berge entstehen lassen, warf man sie nur auf die Erde. Nahm man den Kamm und warf ihn zur Erde, so wuchs augenblicklich ein Wald. Wenn ein Mensch aber einen der rotbackigen Äpfel aß, so wurde er wieder jung, wie alt er auch gewesen sein mochte
 
Als Iwan Zarewitsch zum Bergumwender kam, stand da nur noch ein einziger Berg. Da nahm er schnell seine Bürste, und siehe, es wuchsen aus der Erde hohe, hohe Berge, die ragten mit ihren Gipfeln bis zum Himmel, und es waren ihrer so viele, dass man sie nicht zählen konnte. Da wurde der Bergumwender wieder froh und machte sich von neuem ans Werk.
 
Ob er lang geritten oder nur kurze Zeit geritten war - Iwan Zarewitsch gelangte zum Eichenausreißer. Nur noch drei Eichen waren übrig. Da nahm er schnell seinen Kamm und warf ihn zu Boden, und siehe, es war plötzlich ein gewaltiges Rauschen in der Luft, und aus der Erde wuchsen dichte Eichenwälder, Baum an Baum. Da freute sich der Eichenausreißer, dankte dem Zarensohn und machte sich wieder an sein Werk.
 
Ob er lang geritten oder nur kurze Zeit geritten war - Iwan Zarewitsch gelangte zu den beiden alten Näherinnen. Da gab er einer jeden einen von den Äpfeln, und siehe, sie wurden augenblicklich wieder jung. In ihrer Freude schenkten sie ihm ein Tuch. Wenn man damit winkte, so entstand ein großer See.
 
Als Iwan Zarewitsch nach Hause kam, begrüßte ihn seine Schwester freundlich und lud ihn ein, die Gusli zu spielen, indessen sie das Mittagsmahl bereiten wollte. Da setzte sich der Zarensohn und musizierte. Siehe, da kroch aus dem Loch der Gusli ein Mäuschen und sprach zu ihm mit einer menschlichen Stimme: »Fliehe, Zarensohn, ehe es zu spät ist! Wisse, deine Schwester ist gegangen, die Zähne zu wetzen!«
 
Da eilte Iwan Zarewitsch aus dem Zimmer, sprang auf sein Pferd und galoppierte davon. Das Mäuslein aber hüpfte über die Saiten, damit die Schwester nicht merkte, dass Iwan Zarewitsch hinweggegangen war. Als sie in das Zimmer trat, da war es leer. Nur ein Mäuslein hüpfte über die Gusli. Außer sich vor Zorn knirschte die Hexe mit den Zähnen, dann machte sie sich an die Verfolgung. Fast hätte sie ihren Bruder eingeholt, doch da winkte Iwan Zarewitsch mit dem Tuch, und ein großer See breitete sich hinter ihm aus. Und er galoppierte weiter. Die Hexe aber durchschwamm den See und jagte noch schneller als zuvor hinter ihm her. Schon war sie ganz nah, als der Eichenaureißer sie gewahrte und Eiche um Eiche aufeinander türmte und ihr in den Weg warf. Da musste sich die Hexe durch die Stämme hindurchnagen, denn anders konnte sie nicht weiter. Endlich kam sie mit Mühe hindurch, und Iwan Zarewitsch war schon weit. Doch rasend jagte sie ihm nach, und es war nur noch eine kurze Strecke zwischen ihnen. Schon glaubte der Zarensohn seiner Schwester nicht entkommen zu können und glaubte sich verloren. Doch da erblickte der Bergumwender die Hexe und wälzte den größten Berg gerade noch zur rechten Zeit auf ihren Weg, und er türmte auf diesen Berg noch einen anderen. Die Hexe aber musste hinaufklettern und wieder hinuntersteigen, derweil Iwan Zarewitsch ritt und ritt, so schnell er konnte, und als die Hexe das Gebirge überwunden hatte, war er schon weit. Doch wild jagte sie dem Bruder nach, und sie kam ihm immer näher. Schon konnte sie ihn sehen, und rief ihm zu: »Jetzt wirst du mir nicht mehr entwischen!«
 
Doch Iwan Zarewitsch gab seinem Pferd die Sporen und ritt und ritt. Die Hexe aber kam ganz nahe an ihn heran, fast konnte sie ihn ergreifen, da galoppierte Iwan Zarewitsch zum Gemach der Schwester Sonne und schrie: »Schwester Sonne, Schwester Sonne, öffne das Fenster!«
 
Die Sonne machte das Fenster weit auf, und der Zarensohn schwang sich hinein in das Gemach mitsamt seinem Pferd. Da bat die Hexe die Schwester Sonne um den Kopf ihres Bruders. Doch die Schwester Sonne beschützte den Zarensohn.
 
Die Hexe aber sprach: »So soll Iwan Zarewitsch mit mir zur Waage gehen, damit wir einander wägen. Bin ich schwerer, so fresse ich ihn mit Haut und Haar. Ist er aber schwerer, so mag er mich töten.«
 
Da wurde die Waage gebracht, und Iwan Zarewitsch setzte sich in die eine Waagschale, dann kletterte die Hexe in die andere. Kaum aber setzte sie sich in die Waagschale, da wurde Iwan Zarewitsch empor geschleudert, und zwar mit solcher Gewalt, dass er geradewegs in den Himmel fiel, zur Schwester Sonne ins Gemach. Die Hexe aber ist auf der Erde geblieben.



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